inklusive Jugendgruppe

Einladung zur inklusive Jugendgruppe für Jugendliche 4.0
Wir freuen uns sehr, wieder Jugendliche mit und ohne Autismus zur inklusiven Nachtwandergruppe (geleitet
von 1 Erzieherin und einem Erzieher) in Konstanz einladen zu dürfen!

Wann:

Samstage 15.11.25, 13.12.25, 10.01.26, 07.02.26, 07.03.26

Kosten: wir suchen weiterhin nach Fördergeldern für die Fortsetzung im Winter 2025/26 – Spenden sind jederzeit willkommen!


Uhrzeit:18.30 Uhr bis 20.30 Uhr (sofern nicht anders bekanntgegeben)


Ort: Konstanz, die Details werden den Angemeldeten rechtzeitig mitgeteilt. Das Ende wird immer am
Lagerfeuer sein, wo unsere Teenager und Eltern zu Punsch und Stockbrot zum gemeinsamen
Austausch eingeladen sind.

Anmeldung: EMAIL

 

Wie kam es zur Idee der inklusiven Jugendgruppe und Start des Projektes

Ausgehend von dem Wunsch einer jugendlichen Autistin nach Möglichkeiten, mehr eigene Sozialkontakte erleben zu können, und Austausch und Erlebnisse mit gleichaltrigen Peers zu haben, wie es für andere Jugendliche mit dem gemeinsamen Diskobesuch, Kinobesuch etc. üblich ist, hat sich der Verein gemeinsam mit der Ideengeberin auf den Weg gemacht, wie ein Autisten-gerechtes Treffen gestaltet werden könnte.

Da AutistInnen im Alltag bereits durch die Fülle an Reizen rasch ermüden und oft auch schnell nicht mehr in der Lage sind, zu kommunizieren und zu interagieren, wurde nach einem reizärmeren Setting gesucht.

Durch die erarbeiteten Vorgaben entstand die Idee der Nachtwandergruppe, da durch die Parameter „Dunkelheit“ und „draußen“ (Im Gegensatz zu geschlossenen Räumen) bereits viele Reize wie helles Licht, Augenkontakt, laute Geräusche etc. auf natürliche Weise ausgefiltert werden können und somit Kraft für gemeinsame Erlebnisse und Interaktionen zur Verfügung steht. Darüber hinaus gab die gemeinsame Tätigkeit der Nachtwanderung und das Lagerfeuer eine gewisse Verlässlichkeit und Struktur, was für AutistInnen meist sehr wichtig ist, um sich auf neue Situationen und Menschen einlassen zu können.

Wir trafen uns in den Winter/Frühlings-Monaten 2023 jeden ersten Samstag im Monat an einer Grillfeuerstelle im/am Wald.

Zwischen 4 und 10 Jugendliche mit und ohne Autismusdiagnose haben sich mit unseren zwei Leitungen eingefunden.

Zum „Warmwerden“ wurde gemeinsam Feuer gemacht und der weitere Ablauf des Abends beinhaltete eine gemeinsamen „Schnitzeljagd“ in zwei Gruppen. Zuvor waren spezielle, UV-Licht reflektierende Münzen am Wegesrand des Waldwegs verteilt worden – das Ziel für die Jugendlichen war, den Weg anhand der UV-Schnitzel zu finden. Außerdem bestand ein Ansporn darin, möglichst viele der UV-Token einzusammeln, da die Gruppe mit den meisten Token am Ende als Sieger gekürt werden sollte.

Mit UV-Lampen ging es dann also los in den unbekannten Wald – die anfängliche Unsicherheit der TeilnehmerInnen schlug um in Freude am Mitmachen, so dass nach der Rückkehr zum Lagerfeuer klar war, dass eine Gruppe aus Mädchen unbedingt eine zweite Runde durchführen wollte, während die Jungs am Feuer bleiben wollten und nun Stöcke fürs Stockbrot schnitzen wollten, sowie sich weiter im Feuer machen üben wollten.

Schnell zeigte sich im Verlauf der Treffen, dass die Mädchen beim Spazieren mit der weiblichen Erzieherin in Gespräche und immer mehr in einen Austausch finden konnten.

Die Jungs haben mit dem Erzieher Fabian Ost recht bald das Spazieren im dunklen Wald eingestellt – sie hatten mehr Freude daran, am Feuer die Technik des selbst Feuer Entzündens und Holz Spaltens zu erlernen, wobei sie gemeinsame Gesprächsthemen fanden.

Nach unserer dritten inklusiven Nachtwandergruppe hat ein weiblicher Teenager zu den Jungs ans Lagerfeuer gewechselt und ist dort sofort in die Gruppe der Feuerexperten aufgenommen worden.

Für uns Eltern ist immer unser Vorstand mit vor Ort, wo er für einen Austausch zur Verfügung steht. Immer wieder sagen uns Eltern, dass es ihnen gutgetan hat, am Feuer mit anderen Angehörigen mal über alles offen reden zu können.

Von Eltern wie von den Jugendlichen haben wir die Rückmeldung bekommen, dass sie sich auch nach der Beendigung der finanziellen Förderung weiter treffen möchten.

Unsere beiden Fachkräfte in der Leitung sind über die Entwicklungen, die sie beobachten konnten, und über die Interaktion der Jugendlichen in der Dunkelheit und am Feuer, inspiriert und begeistert.

Nachdem die Basis für die TeilnehmerInnen bekannt war, waren auch Treffen, die nicht mehr gänzlich im Dunkeln stattfanden, gut machbar. Auch ein Ortswechsel, der nicht mit Freude aufgenommen wurde, da er eine von Autisten gefürchtete Veränderung darstellte, war möglich – obwohl während des Sommers für 6 Monate keine Treffen stattfanden. Dies zeigt, welche Wichtigkeit dieses Treffen im Leben der autistischen TeilnehmerInnen inzwischen hat.

Am Ende jeden Treffens waren sämtliche Jugendlichen glücklich und um einige persönliche Begegnungen reicher und für nicht wenige der Jugendlichen stellen diese Begegnungen die EINZIGEN Sozialkontakte mit Gleichaltrigen überhaupt dar.

Auf diesem Weg ist ein kleines Stückchen mehr Teilhabe und Inklusion in Konstanz gewachsen und dafür wurde das Projekt nun auch mit einem Inklusionspreis des Landkreises Konstanz ausgezeichnet.